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Erkältung - muss das sein?

Der nasskalte Herbst kommt langsam auf Touren und viele hat es schon erwischt - Husten, Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen, das sind die typischen Beschwerden. Hat man das ganze Jahr über vorgebeugt und ist das Immunsystem auf der Höhe, kommt man meist gut durch den Winter. Wer sich aber mit laufender Nase und dickem Kopf über die Runden quält, sucht nach Mitteln, die Erleichterung schaffen. Oder gilt wirklich, "ohne Arznei dauert eine Erkältung eine Woche und mit Medikamenten sieben Tage"?

Drei Tage kommt sie, drei Tage steht sie, drei Tage geht sie. Diese Volksweisheit bedeutet nichts anderes, als dass eine Erkältung nach acht bis zehn Tagen in der Regel von selbst wieder verschwindet. Während dieser Zeit macht sie einem das Leben aber ziemlich schwer. Wer nachts nicht schlafen kann, weil die Nase verstopft ist und der Husten quält, weiß wovon die Rede ist. Und das sind die meisten. Denn mit "Grippe" im Bett zu liegen, trifft im Durchschnitt jeden einmal im Jahr.



Grippe oder Erkältung?

Zum Glück handelt es sich dabei meistens aber nur um eine fiebrige Erkältung, einen "grippalen Infekt". Schuld sind daran rund 200 verschiedene Viren, die die typischen Erkältungssymptome auslösen. Übertragen werden diese meistens durch direkten Kontakt, wie zum Beispiel beim Händeschütteln. Die Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Anhusten ist vergleichsweise selten. Häufiges Händewaschen und ein eingeschränkter Körperkontakt mit Erkälteten verringern die Ansteckungsgefahr. Im Gegensatz dazu ist die Grippe, die sogenannte "Influenza", eine ernstzunehmende Erkrankung, die in Epidemien auftritt und im schlimmsten Fall, vor allem bei älteren, kreislaufgeschwächten Menschen, sogar tödlich verlaufen kann. Sie wird durch Influenzaviren ausgelöst und schwächt den Körper über Wochen hinweg.



Grippeschutzimpfung - für wen sinnvoll?

Zielgruppe für die Grippeimpfung, die der Hausarzt im Frühherbst durchführt, sind Patienten, die älter als 60 Jahre sind, ein geschwächtes Immunsystem oder eine chronische Erkrankung haben. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass nur die jährlich erneute Impfung den erforderlichen Schutz bietet. Das Influenzavirus besitzt nämlich die Fähigkeit, immer neue Varianten zu bilden. Der Impfstoff muss deshalb jährlich aktualisiert, das heißt den Erregerstämmen der kommenden Grippeperiode angepasst werden.



Eine Woche oder sieben Tage?

Es ist leider wahr: die Dauer eines grippalen Infektes kann nicht beeinflusst werden - aber die Symptome lassen sich lindern. Wen es voll erwischt hat, der wünscht sich oft die Wunderpille, die alle Beschwerden gleichzeitig behandelt. Die Nase soll abschwellen, der kratzende Hustenreiz unterdrückt, die Halsschmerzen erträglich gemacht werden und das Fieber gesenkt werden. Zwar werden Präparate mit einem solchen Anspruch angeboten - sogenannte Kombipräparate - die mehrere Arzneistoffe gleichzeitig enthalten, sinnvoller ist aber die gezielte Therapie. Also: wenn Medikamente, dann dort, wo die Beschwerden wirklich auftreten: Bei Schnupfen ein Schnupfenspray oder -tropfen, bei Beschwerden im Hals Lutschtabletten oder eine Gurgellösung, bei Husten Hustensaft oder -tropfen und bei Fieber ein fiebersenkendes Mittel.



Dosiersprays schonen die Nasenschleimhaut

Nichts ist lästiger als die dauernd laufende Nase. Dagegen helfen schleimhautabschwellende Nasentropfen oder Sprays. Sie enthalten sogenannte (Sympathomimetika, Arzneistoffe, die die Gefäße der Nasenschleimhaut zusammenziehen. Der Dauergebrauch kann jedoch zu einer Schädigung der Nasenschleimhaut führen. Deshalb ist auch auf jeder Packung deutlich zu lesen, dass diese Tropfen nur zur kurzfristigen Anwendung bis zu sieben Tagen bestimmt sind. Wer auf Nummer Sicher gehen will, dass die Nase nicht "zu viel abkriegt", sollte einen Dosierspray vorziehen. Hier ist die Dosis pro Sprühstoß exakt berechnet. Es gibt auch Nasentropfen mit ätherischen Ölen wie etwa mit Campher, Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl. Sie sind aber wegen ihrer Schädigung an der Nasenschleimhaut nur Mittel der zweiten Wahl bei Schnupfen.



Hustenstiller oder Hustenlöser?

Dauernder Hustenreiz kann nicht nur nachts quälend sein, sondern auch um den für die Gesundung dringend notwendigen Schlaf bringen. Eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen sollte deshalb ein hustenstillendes Arzneimittel eingenommen werden. Dies gilt vor allem für die Anfangsphase, denn Husten läuft immer in zwei Phasen ab. Anfangs handelt es sich um einen quälenden, unproduktiven Reizhusten, der oft mit Schmerzen verbunden ist. Erst einige Tage später wird der Husten "produktiv" und Schleim wird ausgeworfen. Gemäß den zwei Hustenstadien gibt es Hustenstiller - sogenannte Antitussiva - und Hustenlöser, Expektorantien genannt. Eine Kombination gilt nicht als sinnvoll. Zur Selbstmedikation sind als Antitussiva die Wirkstoffe Clobutinol und Pentoxyverin geeignet. Sie wirken auf das Hustenzentrum im Gehirn und vermindern die Zahl der Hustenanfälle. Auch Auszüge von Heilpflanzen, etwa aus Eibischwurzel oder Isländisch Moos werden bei Reizhusten eingesetzt. Ambroxol-, acetylcystein- und bromhexinhaltige Präparate verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Wichtig ist auf jeden Fall eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr - mindestes 2 Liter pro Tag! - und genügend hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.



Wichtig: Halstabletten langsam im Munde zergehen lassen

Ein entzündeter Hals- und Rachenraum kann sehr schmerzhaft sein. Hier kommt es vor allem darauf an, die entzündeten und oft trockenen Bereiche zu befeuchten. Lutschtabletten und Halssprays helfen die Schmerzen zu lindern - zum Beispiel durch leicht betäubend wirkende Arzneistoffe. Dazu gehören Substanzen wie Benzocain und Lidocain, die das Schmerzempfinden vermindern. Bewährt hat sich auch das Gurgeln mit warmem Kamillen-, Tormentill- oder Salbeitee, sowie das Gurgeln mit Myrrhetinktur, die man tropfenweise in warmes Wasser gibt.



Fieber ist nur ein Symptom

Eine Erkältung wird oft begleitet von mäßigem Fieber. Dies ist die natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen die Krankheitserreger. Neben dem guten alten Hausmittel Wadenwickel, eignen sich zur Fiebersenkung Paracetamol oder Acetylsalicylsäure, kurz ASS. ASS darf aber nicht von Kindern und Jugendlichen bei fieberhaften Erkrankungen eingenommen werden, wegen der Gefahr des "Reye-Syndroms", eine akute, meist tödliche Leber-Hirn-Erkrankung. Ohne ärztliche Empfehlung sollten diese Präparate aber nicht über einen längeren Zeitraum oder in höherer Dosierung eingenommen werden.



Intakte Abwehrkräfte sind der beste Schutz

Nur wer abgehärtet ist, kommt gut durch den Winter. Regelmäßiger Sport, Sauna- und Dampfbadbesuche oder tägliche Wechselduschen bringen das Immunsystem in Schwung. Dabei sollte man mindestens drei Monate vor der kalten Jahreszeit damit anfangen Und man kann noch mehr tun. Einige Arzneipflanzen wie zum
Beispiel der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea), der schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea pallida), Eupatorium, Baptisia oder Thuja werden als Monopräparate oder kombiniert zur Steigerung der körpereigenen Abwehr angewendet. Allerdings gilt dies nur für sachgerecht hergestellte Präparate mit ausreichend hoher Dosierung. Ein wenig Konsequenz ist also schon ab den Sommermonaten gefordert. Aber mit der Aussicht auf einen Winter ohne Husten, Schnupfen, Heiserkeit lohnt sich dieser Einsatz schon.

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